Essen mit Achalasie ist kompliziert, da diese Krankheit unberechenbar ist. Herunterzuschlucken ist oft unangenehm und schmerzhaft für mich. Es ist immer abhängig davon, wie die Speiseröhre gerade Lust hat. Am besten sollte ich in Ruhe essen. Stress versuche ich zu vermeiden. Aber selbst in schönen, gelassenen Momenten kann die Speiseröhre einen schlechten Tag haben.

Trotz der Beschwerden liebe ich es zu essen. Ich nehme den Geschmack des Essens ganz gut wahr, weil ich mir das Essen nicht herunterschlingen kann. Ich muss gut kauen und langsam essen, damit es so schmerzlos wie möglich im Magen ankommen kann. Ich habe zurzeit eigentlich wenig Angst vor dem Essen, was nicht immer so war. Manchmal denk ich schon über die Konsequenzen nach, da es bei mir ja nicht nur unangenehm durchrutscht, sondern ich spüre es oft im Magen ganz stark. Ein bisschen Essen drückt bei mir schon so kräftig im Magen, dass die Atmung erschwert ist und die Speiseröhre stärker anfängt zu krampfen. Dabei klopft das Herz häufig auch schneller oder kräftiger. Ich werde dann sehr müde und möchte mich am liebsten ins Bett legen, weil es so schwer ist, sich in diesem Zustand auf den Beinen zu halten. Aber inzwischen versuche ich nicht mehr über die Konsequenzen nachzudenken und hoffe einfach, dass ich einen guten Moment erwischt habe.

Ich habe teilweise herausgefunden, welches Essen oder Trinken ich am besten vertrage. Ist leider nicht viel. Ich darf nichts essen, was viele Kohlenhydrate beinhaltet, wenn ich funktionieren muss. Also esse ich morgens vor der Arbeit gerne Rührei oder zuckerarmen Sojajoghurt (ich nehme morgens Eisen zu mir, was sich bis zu zwei Stunden nach Einnahme nicht mit Milchprodukten verträgt, eher gesagt mit dem Calcium darin). In diesen Joghurt rühre ich noch einen Klacks Smoothie unter, der weniger Kohlenhydrate hat, als in anderen Smoothies. Ich habe mir außerdem Hanf-Protein gekauft, wovon ich auch etwas unterrühre. Mit dieser Zusammenstellung kommen meine Speiseröhre und mein Magen meist gut klar. Aber leider nicht immer. Wenn ich nicht funktionieren muss, versuch ich so normal zu essen, wie möglich. Aber am liebsten eher Nahrungsmittel, die gut rutschen. Nudeln mit ganz viel Soße geht ganz ok, mit Pizza habe ich meist nicht so viele Probleme, Kartoffelbrei mit gut durchgekochtem, leicht verdaulichem Gemüse esse ich manchmal auch gerne. Suppe ist bei mir auch immer in der Küche vorhanden. Alles was ich esse, muss ich am Besten nach jedem Bissen gut mit Trinken runterspülen. Wenn sich zu viel in der Speiseröhre ansammelt, dann kann es zu sehr schmerzhaften Krämpfen in der Speiseröhre kommen.

Astronautenkost (z.B. Fresubin) trink ich auch zwischendurch. Damit kommt aber mein Körper oft nicht gut klar. Es ist praktisch für Unterwegs, aber ich spüre die Nachwirkungen manchmal noch ein bis zwei Stunden, nachdem ich es getrunken habe. Vielleicht deshalb, weil da sehr viele Kohlenhydrate enthalten sind. Ich habe auch bemerkt, dass festere Kohlenhydrate (z.B. Nudeln oder Pizza) oft zwar schlimm und lange im Magen liegen, aber flüssige oder breiigere kohlenhydratreiche Kost mehr das Herzrasen und manchmal schwere Atmung verursachen. Sehr merkwürdig. Woran es liegt, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich irgendwann schlauer…

Am Abend esse ich oft noch ein bisschen Sojajoghurt und rühre da etwas nährstoffreiche Pulvernahrung unter.

Da ich Süßigkeiten liebe (besonders Schokolade), kann ich im Moment nicht komplett darauf verzichten. Es hilft mir auch besser, mein Gewicht halten zu können. Ich weiß, es ist nicht gesund, aber irgendwelche Schwächen hat ja jeder…

Ich muss am Tag viele kleine Mahlzeiten zu mir nehmen. Anders vertrage ich es nicht. So kommen mein Magen und meine Speiseröhre besser klar.

 

„Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde.“

Psalm 62,7