Ich bin im Januar 1992 in Hamburg geboren. Als ich zwei Jahre alt war, sind meine Familie und ich in einen Ort in Ostholstein gezogen. Mein Vater hatte dort seine erste Pastorenstelle nach seinem Vikariat bekommen. Dort bin ich aufgewachsen. Im Jahre 2009 habe dort einen guten Realschulabschluss gemacht.

Im Anschluss bin ich nach Kiel gezogen. Dort bin ich in die elfte Klasse gegangen. Es lief dort leider nicht so gut in der Schule, sodass ich Anfang der zwölften Klasse die Schule abgebrochen habe. Direkt im Anschluss habe ich durch eine berufsvorbereitende Maßnahme viele selbstorganisierte Kurzpraktika in den unterschiedlichsten Bereichen absolviert. Ich hatte leider keine Vorstellung, in welche berufliche Richtung ich gehen wollte.

Nach dieser Maßnahme habe ich eine Art Langzeitpraktikum in einer Wildtierstation machen können. Dort habe ich die Wildtiere (verletzte Tiere oder Jungtiere) und Exoten (z.B. beschlagnahmte Papageien und Reptilien) gefüttert, aufgepäppelt und die Gehege sauber gemacht. Das war eine anstrengende aber schöne Arbeit. Während dieser Zeit bin ich schwanger geworden.

In der Schwangerschaft habe ich mir überlegt, die Beziehung mit dem Kindsvater zu beenden, da sie mir nicht guttat. Ich habe mir mein Leben in Hamburg aufgebaut. Das war eine sehr schwierige Zeit, weil ich in der Schwangerschaft keine feste Wohnung hatte. Zwischenzeitlich bin ich bei meinen Schwestern untergekommen, allerdings konnte ich dort nicht mit dem Kind bleiben. Ich musste mir was Eigenes suchen.

Während der Geburtszeit habe ich nach langer Suche eine 2 ½ Zimmerwohnung mit meiner Schwester bezogen. Meine Familie und Freunde haben hart für uns geschuftet, während ich im Kreissaal meine Tochter Abigail zur Welt gebracht habe. Sie ist leider mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen (Siehe „Abigail und die Geschichte mit der Spalte„). Die ersten Tage musste sie im Kinderkrankenhaus bleiben. Als wir an meinem Geburtstag, acht Tage nach der Geburt, aus dem Krankenhaus rausgekommen sind, war ich froh, in meiner endlich eigenen Wohnung sein zu dürfen. Ich musste mit Abigail oft zu Arztterminen und wir hatten einige Krankenhausaufenthalte mit Operationen. Lief alles ganz gut, aber die Zeit war sehr anstrengend.

Als Abigail 1,5 Jahre alt war, ist sie in die Kindertagesstätte gekommen. Die Eingewöhnung in der Kita lief sehr gut, weil sie von Anfang an eine sehr offene und fröhliche Persönlichkeit ist. Im Anschluss der Eingewöhnung in die Kita habe ich direkt eine zweijährige schulische Ausbildung zur chemisch-technischen Assistentin begonnen. Die Schule war von der Kita zu Fuß gut erreichbar, sodass es nicht unmöglich war, die Ausbildung als Alleinerziehende zu bewältigen.

Während der Ausbildung im Labor.

Zum Ende der Ausbildung ist meine Schwester aus meiner Wohnung ausgezogen. Ich habe meinen Abschluss im Jahre 2016 mit einem Schnitt von 1,9 bestanden. Ich war überglücklich, dass ich diese Ausbildung geschafft habe. Nach jahrelanger Suche nach dem richtigen Beruf habe ich endlich den für mich passenden Beruf gefunden und sogar alles erfolgreich absolviert. Das war ein wertvoller Moment und das Zeichen, dass Gott mich nicht allein lässt und mich durch mein Leben begleitet.

Mein CTA-Abschluss.

Im Anschluss habe ich meine erste Teilzeitstelle in Hamburg bekommen, bei der ich Wasseranalysen durchführen konnte. Der Vertrag lief leider schon nach einem halben Jahr aus. Während dieser Zeit bin ich in eine günstigere Dreizimmerwohnung gezogen und Abigail ist in eine andere christliche Kita gekommen, die ihr sehr gut gefällt. Zu dieser Kita gehört auch eine Schule, zu der ich Abigail auch hinschicken möchte. Direkt neben dieser Kita/Schule habe ich gleich nach meiner ersten Arbeitsstelle eine weitere Arbeit gefunden. Dort untersuche ich Lebens- und Futtermittel z.B. auf Fettgehalt und vieles mehr. Zuerst hatte ich eine Stelle in Vollzeit, aber habe früh gemerkt, dass ich es kräftemäßig nicht schaffe, Vollzeit zu arbeiten. Nach drei Monaten in Vollzeit durfte ich im gleichen Betrieb als Aushilfe weiterarbeiten, bei der ich nur 30 Stunden die Woche arbeiten muss. Ich war sehr dankbar dafür. Dort kann ich als Springerkraft fungieren und dort eingesetzt werden, wo man mich benötigt. Das bringt mir sehr viel Spaß.

Es ging mir langsam gesundheitlich immer schlechter, sodass ich Ende 2017 wegen meiner Schluckbeschwerden zum Arzt gegangen bin. Ich habe dann auch schnell meine Diagnose bekommen. Seitdem habe ich trotz Behandlung immer mehr mit meinem Körper zu kämpfen. Die Arbeit bringt zwar Spaß, aber mein Körper macht oft schlapp. Trotzdem kämpfe ich mich durch und hoffe, dass es mir irgendwann besser geht und ich meine Arbeit behalten kann. Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben. Aber wenn Gott was anderes mit mir vorhat, als ich mir wünsche, dann möchte ich trotzdem tun, was er mir sagt. Bin mal gespannt, was Gott für mich im Sinn hat.

 

„Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.“

Johannes 8, 31-32 – mein Taufspruch